Eine Panikattacke verläuft nach einem vorhersehbaren Muster – einem steilen Anstieg, einem Höhepunkt und einem Abklingen –, und wenn man dieses Muster im Voraus kennt und zudem einige konkrete Maßnahmen für den Moment parat hat, lässt sich eine solche Episode deutlich besser bewältigen.
Das Verwirrendste an einer ersten Panikattacke ist in der Regel die Gewissheit, dass körperlich etwas Katastrophales vor sich geht – ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, der völlige Kontrollverlust –, verbunden mit einem völligen Mangel an Informationen, die auf etwas anderes hindeuten. Zu wissen, wie sich eine Panikattacke tatsächlich Minute für Minute anfühlt, und im Voraus eine kurze Liste konkreter Maßnahmen parat zu haben, verändert das Erlebnis erheblich, auch wenn es die Attacke nicht vollständig beseitigt.
Der minutengenaue Verlauf einer Attacke
Panikattacken folgen einem bemerkenswert konsistenten physiologischen Verlauf. Der Beginn ist abrupt, oft ohne erkennbaren Auslöser, und die Symptome steigern sich typischerweise innerhalb von etwa zehn Minuten bis zu ihrem Höhepunkt. Während dieses Höhepunkts gehören zu den häufigsten Symptomen Herzrasen oder Herzklopfen, Engegefühl oder Schmerzen in der Brust, Atemnot oder ein Erstickungsgefühl, Zittern, Schwitzen, Übelkeit, Schwindel oder Benommenheit, Kribbeln in Händen, Füßen oder im Gesicht, Schüttelfrost oder Hitzewallungen sowie ein beängstigendes Gefühl der Unwirklichkeit oder der Losgelöstheit vom eigenen Körper, das als Depersonalisation bezeichnet wird. Nach dem Höhepunkt beginnen die Symptome in der Regel innerhalb von zwanzig bis dreißig Minuten abzuklingen, auch ohne jegliche Intervention – dieser Rückgang ist eine physiologische Gewissheit und keine Frage der Willenskraft, was man sich in den schlimmsten Momenten einer Episode vor Augen halten sollte.
Warum es sich genau wie ein Herznotfall anfühlen kann
Die Überschneidung zwischen den Symptomen einer Panikattacke und Herzsymptomen ist kein Zufall – bei beiden wird die „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion des sympathischen Nervensystems ausgelöst, die den Körper mit Adrenalin überschwemmt, die Herzfrequenz beschleunigt und den Blutfluss vom Verdauungssystem weg umleitet, was zu echtem Engegefühl in der Brust und Atemnot führt. Genau aus diesem Grund führt ein großer Teil der erstmaligen Panikattacken zu einem Besuch in der Notaufnahme, und warum diese Reaktion völlig vernünftig und keine Überreaktion ist – Brustschmerzen und Atembeschwerden sollten immer medizinisch abgeklärt werden, wenn sie zum ersten Mal auftreten oder wenn sich ihr Charakter vom gewohnten Muster einer Person unterscheidet, da Panikattacken und Herzereignisse aus der Perspektive des Betroffenen tatsächlich schwer zu unterscheiden sein können.
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