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So bleiben Sie in Ihren 60ern, 70ern und darüber hinaus selbstständig und gesund
Allgemeines7 Min. LesezeitMedizinisch geprüft

So bleiben Sie in Ihren 60ern, 70ern und darüber hinaus selbstständig und gesund

Verfasst von: Mohanad Yehia · General Practitioner

Zulassungsnummer: 285392

12. August 2026

Bei der langfristigen Selbstständigkeit im Alter geht es nicht in erster Linie darum, eine bestimmte Krankheit zu vermeiden – vielmehr geht es darum, bestimmte funktionelle Fähigkeiten zu erhalten, die laut Forschungsergebnissen durchweg mit einem längeren, guten und selbstbestimmten Leben in Verbindung gebracht werden.

Die Langlebigkeitsforschung hat in den letzten zwei Jahrzehnten ihren Schwerpunkt zunehmend von der bloßen Verlängerung der Gesamtlebensdauer auf ein verwandtes, aber eigenständiges Konzept verlagert: die „Healthspan“, also die Anzahl der Jahre, die in guter funktioneller Gesundheit und frei von erheblichen Beeinträchtigungen verbracht werden. Diese Unterscheidung ist von praktischer Bedeutung, da die Lebensgewohnheiten, die die funktionelle Unabhängigkeit im höheren Lebensalter am zuverlässigsten schützen, nicht unbedingt dieselben sind, die vor allem mit der Behandlung einer bestimmten Einzelkrankheit in Verbindung gebracht werden – es handelt sich dabei eher um eine kleinere Gruppe von Faktoren, die mehrere Körpersysteme gleichzeitig beeinflussen.

Kraft und Gleichgewicht: Die Grundlage funktioneller Unabhängigkeit

Muskelkraft und Gleichgewicht sind wohl die beiden körperlichen Fähigkeiten, die am unmittelbarsten mit der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit verbunden sind, da sie die Grundlage bilden für das Aufstehen aus einem Stuhl, das Treppensteigen, das Abfangen eines Stolperns, bevor es zu einem Sturz kommt, sowie die Bewältigung grundlegender Alltagsaufgaben ohne Hilfe. Krafttraining führt selbst bei spätem Einstieg zu messbaren Kraftzuwächsen und wirkt der Sarkopenie (altersbedingtem Muskelabbau) direkt entgegen, während balancerelevantes Training – wie Tai Chi oder einfache, strukturierte Übungen zum Einbeinstand – nachweislich das Sturzrisiko senkt, unabhängig von allgemeinen Kraftzuwächsen, da Gleichgewicht und Kraft teilweise unterschiedliche neuromuskuläre Systeme betreffen, die beide gezielte Aufmerksamkeit erfordern.

Stürze: Ein unverhältnismäßig großes Risiko, das proaktiv bewältigt werden muss

Ein Sturz im höheren Lebensalter hat im Vergleich zu einem Sturz in jüngeren Jahren unverhältnismäßig schwerwiegende Folgen – insbesondere Hüftfrakturen gehen mit einem signifikanten Anstieg des Sterberisikos im folgenden Jahr einher, was vor allem auf die Kombination aus Operation, längerer Immobilität und dem damit oft einhergehenden Verlust der Selbstständigkeit zurückzuführen ist. Neben Kraft- und Gleichgewichtstraining sind praktische Anpassungen im Haushalt (ausreichende Beleuchtung, Entfernen loser Teppiche, Haltegriffe im Badezimmer), regelmäßige Sehtests sowie eine regelmäßige Überprüfung von Medikamenten, die das Gleichgewicht beeinträchtigen oder Schwindel verursachen können (bestimmte Blutdruckmedikamente, Beruhigungsmittel und einige andere), sind allesamt wissenschaftlich fundierte, konkrete Maßnahmen, die das Sturzrisiko deutlich senken.

Tipp

Eine einfache, kostengünstige Sicherheitsbegehung der Wohnung – insbesondere die Überprüfung der Beleuchtung in Fluren und auf Treppen, das Befestigen oder Entfernen loser Teppiche sowie die Sicherstellung, dass häufig benutzte Gegenstände kein Klettern oder übermäßiges Strecken erfordern – beseitigt an einem einzigen Nachmittag einen erheblichen Teil der vermeidbaren Sturzrisikofaktoren.

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Häufig gestellte Fragen

Ist es realistisch, erst mit 60 oder 70 damit zu beginnen, Kraft und Gleichgewicht zu trainieren?

Ja – Forschungsergebnisse zeigen durchweg deutliche Verbesserungen bei Kraft und Gleichgewicht, selbst wenn in dieser Lebensphase zum ersten Mal mit strukturiertem Training begonnen wird, und der relative Nutzen für die Verringerung des Sturzrisikos und den Erhalt der Selbstständigkeit ist unabhängig von der bisherigen Trainingsgeschichte beträchtlich.

Inwieweit wirkt sich soziale Isolation tatsächlich auf die körperliche Gesundheit aus, nicht nur auf die Stimmung?
Was ist die wichtigste einzelne Anpassung der Wohnumgebung zur Sturzprävention?
Bedeutet das Leben mit einer chronischen Erkrankung, dass Unabhängigkeit nicht mehr realistisch ist?
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Medizinisch geprüft

Mohanad Yehia

General Practitioner · Zulassungsnummer: 285392

Dieser Artikel wurde vor der Veröffentlichung auf medizinische Richtigkeit geprüft. Unsere Prüfer sind zugelassene medizinische Fachkräfte und werden namentlich genannt.

Veröffentlicht am 12. August 2026

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