Paracetamol und NSAIDs werden im Alltag oft synonym verwendet, wirken jedoch nach völlig unterschiedlichen Mechanismen – und genau deshalb hilft das eine manchmal bei einer Art von Schmerzen, bei der das andere keine Wirkung zeigt.
Schmerzmittel werden im Alltag oft als weitgehend austauschbar betrachtet, doch die Hauptkategorien wirken im Körper nach tatsächlich unterschiedlichen Mechanismen – was erklärt, warum eine bestimmte Art von Schmerzmittel bei einer bestimmten Art von Schmerz manchmal deutlich besser hilft als eine andere und warum es wichtiger ist, den Wirkmechanismus auf die Art des Schmerzes abzustimmen, als sich einfach für die Option zu entscheiden, die am stärksten wirkt.
Paracetamol (Acetaminophen): Ein noch nicht vollständig verstandener Wirkmechanismus
Obwohl Paracetamol weltweit zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten gehört, ist sein genauer Wirkmechanismus in der Forschung noch nicht vollständig geklärt – man geht davon aus, dass es eher zentral, also im Gehirn und im Rückenmark, wirkt und nicht direkt an der Stelle der Verletzung, wie es bei anderen Schmerzmitteln der Fall ist. Es ist wirksam bei leichten bis mäßigen Schmerzen und zur Fiebersenkung, aber im Gegensatz zur nächsten Kategorie reduziert es Entzündungen selbst nicht nennenswert.
NSAIDs: Ein grundlegend anderer Wirkmechanismus mit einem echten Kompromiss
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) wirken, indem sie sogenannte COX-Enzyme hemmen, was die Produktion von Prostaglandinen direkt verringert – jene Verbindungen, die sowohl für die Schmerzsignalisierung als auch für Entzündungen verantwortlich sind. Aus diesem Grund sind NSAIDs oft wirksamer als Paracetamol, insbesondere bei Schmerzen mit einer entzündlichen Komponente, wie beispielsweise Arthritis-Schüben oder Schwellungen infolge einer Verletzung. Der Nachteil ist, dass derselbe Wirkmechanismus bei regelmäßiger oder längerer Einnahme die Magenschleimhaut und die Nierenfunktion in einer Weise beeinträchtigen kann, wie es bei Paracetamol in der Regel nicht der Fall ist. Aus diesem Grund wird die Einnahme von NSAIDs – insbesondere bei dauerhafter Anwendung – in der Regel mit größerer Vorsicht betrachtet als die gelegentliche Einnahme von Paracetamol.
Warum die Kombination von Paracetamol und einem NSAID manchmal sinnvoll ist
Da diese beiden Wirkstoffklassen über unterschiedliche Wirkmechanismen wirken, anstatt denselben Effekt zu verdoppeln, hat sich in der Forschung gezeigt, dass ihre gemeinsame Anwendung – in angemessenen Dosierungen und in der Regel für einen bestimmten, zeitlich begrenzten Zweck wie Schmerzen nach einem Eingriff – manchmal eine bessere Schmerzlinderung bewirkt als die alleinige Einnahme eines der beiden Wirkstoffe in Standarddosierung. Dies ist eine spezifische, auf dem Wirkmechanismus basierende Begründung und nicht einfach nur „mehr Medikamente bedeuten mehr Linderung“; diese Entscheidung sollte im Allgemeinen unter ärztlicher Anleitung für die jeweilige Situation getroffen werden.
Nervenschmerzen erfordern eine völlig andere Medikamentenklasse
Neuropathische Schmerzen – also Schmerzen, die auf eine Funktionsstörung der Nerven und nicht auf eine Gewebeentzündung oder -verletzung zurückzuführen sind – sprechen im Allgemeinen weder auf Paracetamol noch auf NSAIDs gut an, da keiner der beiden Wirkmechanismen die eigentliche Ursache dieser Art von Schmerzsignalen bekämpft. Medikamente, die ursprünglich für ganz andere Zwecke entwickelt wurden, darunter bestimmte Antiepileptika und bestimmte Antidepressiva, werden stattdessen häufig speziell bei Nervenschmerzen eingesetzt, da sie auf die Signalwege der Nerven auf eine Weise einwirken, wie es herkömmliche Schmerzmittel nicht tun – ein Muster der zweckübergreifenden Medikamenteneinnahme, das auch in mehreren anderen Bereichen der Medizin vorkommt.
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