IBS und IBD weisen sich überschneidende Symptome und ähnlich klingende Bezeichnungen auf, doch bei der einen handelt es sich um eine funktionelle Darmerkrankung, bei der anderen um eine chronisch-entzündliche Erkrankung – ein Unterschied, der erhebliche Auswirkungen auf die Diagnose und das Langzeitrisiko hat.
IBS und IBD haben drei Buchstaben gemeinsam und weisen eine Handvoll übereinstimmender Symptome auf, doch bei der einen handelt es sich um eine funktionelle Störung der Darmfunktion, während die andere eine chronisch-entzündliche Erkrankung ist, die direkt im Gewebe sichtbar und messbar ist – ein Unterschied, der fast alles daran verändert, wie die jeweiligen Erkrankungen diagnostiziert und behandelt werden.
Was „IBS“ und „IBD“ eigentlich bedeuten – und warum das wichtig ist
Das Reizdarmsyndrom (IBS) wird als funktionelle Magen-Darm-Störung klassifiziert, was bedeutet, dass der Darm nicht so funktioniert, wie er sollte – Motilität, Empfindlichkeit und die Kommunikationswege zwischen Darm und Gehirn sind alle verändert –, aber bei einer direkten Untersuchung des Darms sind keine sichtbaren Schäden oder Entzündungen festzustellen. Entzündliche Darmerkrankungen (IBD), ein Oberbegriff für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, unterscheiden sich grundlegend davon: Es handelt sich um eine autoimmunbedingte Erkrankung, bei der das Immunsystem die Schleimhaut des Verdauungstrakts angreift und messbare Entzündungen, Geschwüre sowie in einigen Fällen strukturelle Schäden verursacht, die bildgebend oder endoskopisch sichtbar sind.
Kurzer Vergleich
| IBS | IBD | |
|---|---|---|
| Art der Erkrankung | Funktionelle Störung (Verhalten des Darms) | Chronische autoimmune Entzündungskrankheit |
| Typische Symptome | Krämpfe, Blähungen, veränderte Stuhlgewohnheiten | Anhaltender Durchfall, rektale Blutungen, Gewichtsverlust, Müdigkeit |
| Diagnostische Untersuchungen | Symptombasierte Kriterien; Untersuchungen dienen hauptsächlich dem Ausschluss anderer Ursachen | Endoskopie, Biopsie, bildgebende Verfahren, Entzündungsmarker im Blut/Stuhl |
| Sichtbare Schädigungen des Darms | Bei der Untersuchung nicht nachweisbar | Sichtbare Entzündungen, Geschwüre oder strukturelle Veränderungen |
| Langzeitrisiko | Erhöht im Allgemeinen nicht das Risiko für Darmkrebs oder strukturelle Schäden | Mit einem erhöhten Langzeitrisiko für Komplikationen und in einigen Fällen für Darmkrebs verbunden |
Überschneidende Symptome: Warum die beiden Erkrankungen oft verwechselt werden
Beide Erkrankungen können Bauchschmerzen, Blähungen und Veränderungen der Stuhlgewohnheiten verursachen, was genau der Grund dafür ist, dass die Überschneidungen bei der Bezeichnung in der Öffentlichkeit so viel Verwirrung stiften. Krämpfe, die sich nach dem Stuhlgang bessern, abwechselnde Verstopfung und Durchfall sowie Blähungen, die sich im Laufe des Tages verschlimmern, werden bei IBS häufig berichtet. IBD kann ähnlich klingende Beschwerden hervorrufen, jedoch meist in Verbindung mit Merkmalen, die für IBS weniger typisch sind – anhaltender Durchfall, der auch nachts anhält, sichtbares Blut im Stuhl, unbeabsichtigter Gewichtsverlust und ein allgemeines Gefühl der Erschöpfung, das nicht mit dem Schlaf oder dem Stresslevel zusammenhängt.
Wie Ärzte die beiden Erkrankungen tatsächlich voneinander unterscheiden
Da IBS keine sichtbaren Gewebeveränderungen hervorruft, wird die Diagnose in der Regel anhand eines Symptommusters gestellt, das bestimmte klinische Kriterien erfüllt, kombiniert mit Untersuchungen, die in erster Linie dazu dienen, andere Ursachen auszuschließen, anstatt IBS direkt zu bestätigen. IBD hingegen wird durch direkte Entzündungszeichen bestätigt – die Koloskopie mit Biopsie bleibt das wichtigste diagnostische Instrument, oft ergänzt durch Blutuntersuchungen auf Entzündungsmarker und Stuhluntersuchungen wie z. B. auf fäkales Calprotectin, dessen Wert bei einer aktiven Entzündung im Darm tendenziell erhöht ist und bei IBS typischerweise normal bleibt.
Warum IBD im Laufe der Zeit mit einer anderen Art von Risiko verbunden ist
Da IBD mit einer anhaltenden Entzündung der Darmwand einhergeht, birgt sie Risiken, die bei IBS in der Regel nicht auftreten – darunter Strikturen (durch Narbenbildung verursachte Verengungen), Fisteln bei Morbus Crohn sowie ein erhöhtes Langzeitrisiko für Darmkrebs, insbesondere bei Colitis ulcerosa. Aus diesem Grund sind regelmäßige Kontrollkoloskopien oft Teil der langfristigen IBD-Behandlung. IBS ist zwar mit Unbehagen verbunden, geht jedoch nicht mit diesen strukturellen Komplikationen oder einem erhöhten Krebsrisiko einher – was einer der beruhigenderen Unterschiede ist, sobald die Diagnose bestätigt ist.
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