Epilepsie ist durch ein spezifisches Muster wiederkehrender, unprovozierter Anfälle gekennzeichnet, die durch abnormale elektrische Aktivität im Gehirn verursacht werden – und die meisten Betroffenen erreichen mit den richtigen Medikamenten eine gute Anfallskontrolle.
Ein einzelner Anfall bedeutet nicht, dass jemand an Epilepsie leidet – Fieber, extremer Schlafmangel, Alkoholentzug oder eine Kopfverletzung können bei einer Person ohne zugrunde liegende Anfallserkrankung einen vereinzelten Anfall auslösen. Epilepsie ist konkret definiert als eine Neigung zu wiederkehrenden, unprovozierten Anfällen und wird in der Regel diagnostiziert, wenn zwei solche Anfälle im Abstand von mehr als 24 Stunden ohne erkennbaren akuten Auslöser auftreten oder wenn nach einem einzelnen Anfall (mittels bildgebender Verfahren oder EEG) eindeutig festgestellt wird, dass das zugrunde liegende Risiko eines erneuten Auftretens hoch ist.
Was passiert eigentlich während eines Anfalls?
Nervenzellen kommunizieren über sorgfältig regulierte elektrische Impulse, und ein Anfall tritt auf, wenn eine Gruppe von Nervenzellen auf abnormale, übermäßige und synchronisierte Weise feuert und so den normalen elektrischen Rhythmus des Gehirns stört. Wie sich diese Störung von außen zeigt, hängt stark davon ab, wo im Gehirn sie beginnt und wie weit sie sich ausbreitet. Fokale Anfälle beginnen in einer bestimmten Hirnregion und können lokalisierte Symptome verursachen – ein zuckendes Glied, einen ungewöhnlichen Geruch oder Geschmack, eine plötzliche Welle der Angst –, manchmal ganz ohne Bewusstseinsverlust. Generalisierte Anfälle betreffen von Beginn an beide Gehirnhälften und umfassen sowohl die tonisch-klonischen (krampfartigen) Anfälle, die die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie das Wort „Anfall“ hören, als auch Absence-Anfälle, bei denen es zu kurzen, kaum wahrnehmbaren Bewusstseinsausfällen kommt, die leicht mit Tagträumen verwechselt werden können, insbesondere bei Kindern.
Häufige Ursachen für Epilepsie
In etwa der Hälfte aller Epilepsiefälle lässt sich keine spezifische Ursache feststellen; diese Fälle werden als idiopathische oder genetische Epilepsie klassifiziert – zunehmend lassen sich durch Gentests spezifische Genvarianten identifizieren, die hinter Fällen stehen, die zuvor als ohne bekannte Ursache eingestuft wurden. Wenn eine Ursache identifiziert wird, gehören dazu häufig Schlaganfälle (eine der Hauptursachen für neu auftretende Epilepsie bei älteren Erwachsenen), traumatische Hirnverletzungen, Hirntumore, Infektionen des Gehirns wie Meningitis oder Enzephalitis sowie strukturelle Hirnanomalien, die von Geburt an vorhanden sind oder sich später im Leben entwickeln. Selbst in vielen Fällen ohne eine einzige eindeutige strukturelle Ursache spielt die Genetik eine Rolle und trägt zur individuellen Anfallsschwelle bei – dem Punkt, an dem abnormale elektrische Aktivität in einen klinischen Anfall übergeht.
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