Gelegentliche Verstopfung ist weit verbreitet und klingt in der Regel von selbst wieder ab, doch anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten können auf alles Mögliche hindeuten – von einer einfachen Ernährungslücke bis hin zu einer Erkrankung, die unbedingt ärztlich abgeklärt werden muss.
Klinisch wird Verstopfung weniger durch die genaue Häufigkeit als vielmehr durch eine Reihe von Merkmalen definiert: weniger als drei Stuhlgänge pro Woche, Pressen, harter oder klumpiger Stuhl, das Gefühl einer unvollständigen Entleerung oder die Notwendigkeit manueller Maßnahmen zum Stuhlgang. Die Häufigkeit allein ist ein schlechter Indikator, da normale Stuhlgewohnheiten von Person zu Person stark variieren – wichtiger ist eine echte Veränderung gegenüber dem eigenen Ausgangsmuster, verbunden mit Pressen oder Beschwerden.
Die alltäglichen Ursachen hinter den meisten Fällen
Die überwiegende Mehrheit der Verstopfungsfälle lässt sich auf eine beherrschbare Kombination von Faktoren zurückführen: unzureichende Ballaststoffzufuhr, unzureichende Flüssigkeitszufuhr, Bewegungsmangel und das Ignorieren des Stuhldrangs, wenn er auftritt (was im Laufe der Zeit die Empfindlichkeit des Enddarms abschwächen kann, die normalerweise den Stuhldrang signalisiert). Ballaststoffe sorgen dafür, dass der Stuhl an Volumen zunimmt und Wasser bindet, wodurch er weicher wird und leichter ausgeschieden werden kann, während körperliche Aktivität die Darmkontraktionen (Peristaltik) anregt, die den Stuhl durch den Dickdarm befördern – was mit ein Grund dafür ist, warum Verstopfung während längerer Bettruhe, ausgedehnter Reisen oder bei einem deutlichen Rückgang des Aktivitätsniveaus so häufig auftritt.
Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die häufig Verstopfung verursachen
Verstopfung ist eine gut dokumentierte Nebenwirkung zahlreicher gängiger Medikamente, was man prüfen sollte, bevor man allein von einer ernährungsbedingten Ursache ausgeht. Opioidhaltige Schmerzmittel gehören zu den Medikamenten, die am häufigsten Verstopfung verursachen, da Opioidrezeptoren im gesamten Darm vorhanden sind und die Darmmotilität direkt verlangsamen – dieser Effekt ist so zuverlässig, dass jedem, der mit der Einnahme von opioidhaltigen Schmerzmitteln beginnt, oft geraten wird, vorbeugend mit einer Darmpflege zu beginnen, anstatt auf das Auftreten von Symptomen zu warten. Eisenpräparate, bestimmte kalzium- oder aluminiumhaltige Antazida, einige Blutdruckmedikamente (insbesondere Kalziumkanalblocker), Antidepressiva mit anticholinergen Eigenschaften sowie Antihistaminika können ebenfalls dazu beitragen. Die Überprüfung einer vollständigen Liste der eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mit einem Apotheker oder Arzt ist oft ein sinnvoller erster Schritt, wenn Verstopfung auftritt, ohne dass eine offensichtliche ernährungsbedingte Ursache vorliegt.
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