Dasselbe Bauchfett kann je nach Lebensphase unterschiedliche hormonelle Ursachen haben – chronischer Stress, die Wechseljahre, sinkender Testosteronspiegel oder einfach Insulinresistenz. Selbst Menschen mit Normalgewicht sind davon nicht automatisch ausgenommen.
Bauchfett wird nicht in jedem Alter oder jeder Lebensphase durch einen einzigen Mechanismus bestimmt – mehrere unterschiedliche hormonelle Veränderungen begünstigen zu verschiedenen Zeitpunkten im Leben gezielt die Fettspeicherung in diesem Bereich, was sowohl aus dem Gesamtzusammenhang heraus als auch deshalb wichtig zu verstehen ist, weil jeder dieser Faktoren etwas anders auf Maßnahmen reagiert.
Cortisol und stressbedingtes Bauchfett
Chronischer Stress hält den Cortisolspiegel über längere Zeiträume erhöht, und Cortisol hat eine spezifische Wirkung auf die Fettspeicherung: Es fördert vorrangig die Fettansammlung im abdominalen, viszeralen Bereich, anstatt das Fett gleichmäßiger über den Körper zu verteilen. Dies ist ein Mechanismus, der sich vom einfachen Überessen unterscheidet – jemand, der unter anhaltend hohem Stress steht, kann auch ohne eine drastische Veränderung der Gesamtkalorienaufnahme Bauchfett ansammeln, und zwar allein über diesen hormonellen Weg. Dies ist einer der Gründe, warum Stressbewältigung ein berechtigter, evidenzbasierter Bestandteil der gezielten Bekämpfung von Bauchfett ist und nicht nur eine allgemeine Empfehlung für das Wohlbefinden.
Der Wechsel in den Wechseljahren: Warum sich die Fettverteilungsmuster ändern
Wenn der Östrogenspiegel während der Wechseljahre sinkt, verschieben sich die Fettverteilungsmuster messbar – weg von einer Verteilung, die stärker auf Hüften und Oberschenkel konzentriert ist, hin zu einer Verteilung, die sich stärker auf den Bauchbereich konzentriert. Dies erklärt, warum viele Frauen gerade in dieser Übergangsphase eine Veränderung der Fettverteilung bemerken, auch ohne dass sich ihr Gesamtkörpergewicht wesentlich verändert hat, und es handelt sich dabei um einen direkten hormonellen Effekt und nicht lediglich um eine Folge des Alterns oder von Änderungen des Lebensstils allein.
Andropause und Bauchfett bei alternden Männern
Ein paralleles Muster tritt bei Männern auf: Der mit dem Altern einhergehende Rückgang des Testosteronspiegels steht unabhängig von Veränderungen der Ernährung oder des Aktivitätsniveaus in Zusammenhang mit einer erhöhten Ansammlung von viszeralem Fett. Dies spiegelt hinsichtlich des zugrunde liegenden Prinzips die menopausenbedingte Verschiebung bei Frauen wider – einen für diese Lebensphase spezifischen hormonellen Rückgang, der unabhängig davon die Fettspeicherung im Bauchbereich begünstigt.
TOFI: Warum ein „normales“ Gewicht das Risiko nicht ausschließt
Ein spezifisches und leicht zu übersehendes Muster, das manchmal als „dünn außen, dick innen“ (TOFI) bezeichnet wird, beschreibt Menschen, die trotz eines insgesamt normalen Körpergewichts oder eines schlanken äußeren Erscheinungsbildes eine unverhältnismäßig große Menge an viszeralem Fett mit sich tragen. Dies ist von erheblicher Bedeutung, da es bedeutet, dass das Gesamtgewicht oder ein allgemein schlankes Erscheinungsbild eine falsche Sicherheit vermitteln kann – insbesondere der Taillenumfang, und nicht das Gewicht oder das allgemeine Erscheinungsbild allein, spiegelt dieses Risiko tatsächlich wider, und es lohnt sich, diesen zu überprüfen, unabhängig davon, ob das Gesamtgewicht einer Person „in Ordnung“ erscheint.
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