Biologika haben die Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Psoriasis grundlegend verändert, indem sie gezielt auf die spezifischen Immunsignale einwirken, die Schübe auslösen, anstatt das gesamte Immunsystem zu unterdrücken.
Psoriasis wurde jahrzehntelang mit Therapien behandelt, die das Immunsystem pauschal unterdrückten, anstatt auf die spezifischen Signale einzugehen, die der Erkrankung zugrunde liegen. Das änderte sich mit dem Aufkommen biologischer Therapien, die darauf ausgelegt sind, ein oder zwei bestimmte Proteine in der Entzündungskette zu blockieren, die dazu führt, dass sich Hautzellen weitaus schneller als normal vermehren. Für Menschen, bei denen die Psoriasis einen erheblichen Teil des Körpers bedeckt oder die nicht auf eine topische Behandlung angesprochen haben, hat dieser Wechsel im Wirkmechanismus die Möglichkeiten der Langzeitbehandlung entscheidend verändert.
Von der pauschalen Unterdrückung zur gezielten Signalbeeinflussung
Ältere systemische Therapien wie Methotrexat oder Cyclosporin wirken, indem sie die Immunaktivität allgemein unterdrücken. Dies kann zwar wirksam sein, beeinträchtigt jedoch auch die Fähigkeit des Körpers, auf Infektionen zu reagieren, und erfordert im Laufe der Zeit eine engmaschige Überwachung von Organen wie Leber und Nieren. Biologika verfolgen einen anderen Ansatz: Es handelt sich um Proteine, in der Regel Antikörper, die so konzipiert sind, dass sie an ein bestimmtes Botenmolekül – ein Zytokin – binden, das an der überaktiven Immunsignalübertragung beteiligt ist, die Psoriasis-Plaques auslöst. Indem sie dieses einzelne Signal abfangen, anstatt die Immunfunktion allgemein zu unterdrücken, können Biologika eine erhebliche Hautabheilung bewirken, während der Großteil der übrigen Immunantwort intakt bleibt.
Die wichtigsten Klassen und ihre jeweiligen Wirkmechanismen
Mittlerweile werden mehrere Familien von Biologika bei Psoriasis eingesetzt, die im Allgemeinen nach dem von ihnen blockierten Zytokin gruppiert werden. TNF-alpha-Hemmer, darunter Etanercept, Adalimumab und Infliximab, gehörten zu den ersten, die entwickelt wurden, und wirken durch die Blockade des Tumornekrosefaktors alpha, eines Signalproteins, das über die Psoriasis hinaus an zahlreichen entzündlichen Erkrankungen beteiligt ist. IL-17-Hemmer wie Secukinumab und Ixekizumab zielen auf ein Zytokin ab, das eine zentrale Rolle in dem spezifischen Entzündungsweg spielt, der mit Psoriasis und Psoriasis-Arthritis assoziiert ist, und führen oft zu einer relativ schnellen Besserung. IL-23-Hemmer, darunter Guselkumab, Risankizumab und Tildrakizumab, blockieren ein Signal weiter stromaufwärts in demselben Signalweg und werden im Allgemeinen seltener verabreicht, manchmal nur wenige Male im Jahr nach einer anfänglichen Initialdosierungsphase. Ustekinumab verfolgt einen etwas anderen Ansatz und blockiert eine gemeinsame Untereinheit, die sowohl von IL-12 als auch von IL-23 genutzt wird. Keine dieser Wirkstoffklassen ist pauschal „die beste“ Option – die richtige Wahl hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab, davon, ob Gelenksymptome vorliegen, von anderen Gesundheitszuständen sowie davon, wie der Patient in den ersten Monaten auf die Behandlung anspricht.
Wie schnell tritt typischerweise eine Besserung ein?
Dermatologen verfolgen das Ansprechen in der Regel anhand von Messgrößen wie dem Prozentsatz der betroffenen Körperoberfläche und standardisierten Schweregradskalen, die Rötung, Verdickung und Schuppung bewerten. IL-17-Hemmer gehen oft mit einer relativ schnellen Besserung einher, die manchmal bereits innerhalb der ersten Wochen spürbar wird, während IL-23-Hemmer tendenziell langsamer wirken, aber häufig mit dauerhaften Ergebnissen verbunden sind, sobald ein Ansprechen eingetreten ist. Die meisten Biologika entfalten ihre volle Wirkung etwa nach drei bis vier Monaten konsequenter Anwendung. Aus diesem Grund bitten Ärzte ihre Patienten in der Regel, die Behandlung für einen festgelegten Zeitraum fortzusetzen, bevor sie beurteilen, ob sie wirkt, anstatt diese Entscheidung bereits nach wenigen Dosen zu treffen.
Vorsorgeuntersuchungen und Überwachung vor Behandlungsbeginn
Da Biologika die Reaktion eines bestimmten Teils des Immunsystems auf Bedrohungen verändern, ist die Untersuchung vor Behandlungsbeginn ein fester Bestandteil des Prozesses und kein optionaler Schritt.
Wichtig
Vor Beginn einer Behandlung mit einem Biologikum führen Ärzte in der Regel Untersuchungen auf latente Tuberkulose, Hepatitis B und C sowie andere chronische Infektionen durch, da ein unterdrückter Zytokinweg dazu führen kann, dass eine zuvor ruhende Infektion wieder aktiv wird.
Wer während der Behandlung mit einem Biologikum anhaltendes Fieber, ungewöhnliche Müdigkeit oder eine neue Infektion entwickelt, sollte sich umgehend an den verschreibenden Arzt wenden, anstatt auf einen routinemäßigen Kontrolltermin zu warten.
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