Der Anstieg der Erkrankungen im Herbst hängt weniger mit den sinkenden Temperaturen zusammen als vielmehr mit einem weitaus sozialeren Faktor: Alle kehren gleichzeitig wieder in geschlossene Räume und in die Schule zurück. Hier erfahren Sie, wie Sie dem tatsächlich zuvorkommen können.
Der Anstieg von Erkältungen und anderen saisonalen Erkrankungen jeden Herbst wird meist auf sinkende Temperaturen zurückgeführt, doch der zeitliche Zusammenhang verrät mehr: Der stärkste frühe Anstieg fällt in der Regel mit der Wiederaufnahme des Schul- und Arbeitsbetriebs nach den Sommerferien zusammen – und nicht mit dem Einsetzen der Kälte. Dieses zeitliche Muster zu verstehen, ist wirklich hilfreich, denn es weist auf konkrete Maßnahmen hin, die vor dem Anstieg ergriffen werden sollten – und nicht erst, nachdem er bereits eingesetzt hat.
Der „Back-to-School“-Effekt auf die Krankheitslage in der Bevölkerung
Jeden September bringen Schulen und Kindertagesstätten große Gruppen von Menschen – von denen viele den Sommer in kleineren, stärker voneinander getrennten sozialen Kreisen verbracht haben – wieder in engen Kontakt in geschlossenen Räumen. Diese jährliche Neuvermischung ist ein gut dokumentierter Auslöser für einen Anstieg der zirkulierenden Atemwegsviren im Frühherbst, der sich von den kälteren, trockeneren Winterbedingungen unterscheidet und im Allgemeinen vor diesen eintritt, die später in der Saison separat zu Erkrankungen führen. Praktisch bedeutet dies, dass der Anstieg der Erkrankungen im Herbst in einem Haushalt mit Kindern im schulpflichtigen Alter oft mehr mit dem Klassenzimmer als mit dem Thermometer zu tun hat.
Die zirkadiane Verschiebung, die der Herbst speziell auslöst
Abgesehen vom Infektionsrisiko führen die sich im Herbst rasch verkürzenden Tageslichtstunden zu einem früheren Einsetzen der Melatoninausschüttung am Abend, was den Schlafrhythmus und bei manchen Menschen auch die Stimmung verändern kann, noch bevor die vollkommene Dunkelheit des Winters überhaupt eingetreten ist. Dies ist ein ganz anderer Mechanismus als der allmähliche Rückgang des Vitamin-D-Spiegels – es geht um den Zeitpunkt und die Dauer der Lichtexposition, die die innere Uhr des Körpers direkt beeinflussen, und dies ist ein Grund dafür, warum manche Menschen einen Energie- oder Stimmungsabfall speziell zu Beginn des Herbstes bemerken und nicht erst, wenn der Winter bereits in vollem Gange ist.
Warum der Zeitpunkt bei Impfungen entscheidend ist
Saisonale Impfstoffe, darunter auch die jährliche Grippeimpfung, benötigen nach der Verabreichung einen Zeitraum von etwa zwei Wochen, damit das Immunsystem eine wirksame Schutzreaktion aufbauen kann. Eine Impfung im frühen bis mittleren Herbst – noch bevor die Verbreitung dieser Viren typischerweise zunimmt – gibt diesem Schutzfenster Zeit, sich zu entwickeln, bevor er tatsächlich benötigt wird, anstatt erst dann aufholen zu müssen, wenn sich die Krankheit bereits weit in der Bevölkerung ausgebreitet hat.
Aufbau einer Vitamin-D-Reserve, bevor die Werte ihren Tiefpunkt erreichen
Der Vitamin-D-Spiegel sinkt in der Regel im Laufe des Herbstes und erreicht seinen Tiefpunkt im späten Winter, wie an anderer Stelle ausführlicher beschrieben. Die praktische Konsequenz speziell für den Herbst ist das richtige Timing: Wenn man bereits im Frühherbst beginnt, auf Vitamin-D-haltige Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zu achten, anstatt zu warten, bis im tiefsten Winter Mangelerscheinungen auftreten, muss der Spiegel nicht so stark absinken, bevor mit einer Korrektur begonnen werden kann.
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