PCOS betrifft etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter, doch seine hormonellen und stoffwechselbedingten Ursachen gehen weit über unregelmäßige Regelblutungen hinaus – das Verständnis der Wirkungsweise erklärt, warum die Behandlung bei jeder Frau anders aussieht.
Trotz seines Namens setzt das polyzystische Ovarialsyndrom keineswegs das Vorhandensein von Zysten an den Eierstöcken voraus – der Begriff beschreibt eine hormonelle und Stoffwechselerkrankung, von der schätzungsweise jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen ist und die auf einer Reihe von zugrunde liegenden Mechanismen beruht, die weit über die Eierstöcke selbst hinausgehen.
Was PCOS tatsächlich ausmacht – jenseits des Namens
Der Begriff „polyzystisch“ in PCOS bezieht sich auf das Erscheinungsbild, das die Eierstöcke im Ultraschall aufweisen können – nämlich zahlreiche kleine, unreife Follikel anstelle echter Zysten –, doch dieser Befund allein ist für eine Diagnose weder erforderlich noch ausreichend. PCOS lässt sich besser als eine hormonelle und Stoffwechselerkrankung verstehen, die mit erhöhten Androgenspiegeln (männliche Hormone), unregelmäßigem Eisprung und in vielen Fällen mit Insulinresistenz einhergeht; all diese Faktoren stehen in Wechselwirkung zueinander und sind keine voneinander getrennten, unabhängigen Probleme.
Warum Insulinresistenz in vielen Fällen eine zentrale Rolle spielt
Ein großer Teil der Menschen mit PCOS weist einen gewissen Grad an Insulinresistenz auf, was bedeutet, dass die Körperzellen weniger effektiv auf Insulin reagieren und die Bauchspeicheldrüse dies durch eine erhöhte Insulinproduktion ausgleicht. Dies ist nicht nur im Hinblick auf die Blutzuckerkontrolle von Bedeutung, da man davon ausgeht, dass erhöhte Insulinspiegel die Eierstöcke direkt dazu anregen, mehr Androgene zu produzieren, was wiederum den normalen Eisprung beeinträchtigt. Dies ist einer der Gründe, warum das Gewicht und die Stoffwechselgesundheit bei vielen Menschen mit PCOS so eng mit der Schwere der Symptome verbunden sind, obwohl die Erkrankung selbst nicht durch das Gewicht verursacht wird und Menschen über das gesamte Gewichtsspektrum hinweg betrifft.
Häufige Symptome und warum sie von Person zu Person so stark variieren
Da beim PCOS mehrere miteinander interagierende hormonelle Signalwege eine Rolle spielen, variiert das Krankheitsbild von Person zu Person erheblich. Unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen gehören zu den beständigsten Merkmalen und spiegeln einen unregelmäßigen Eisprung wider. Erhöhte Androgenspiegel können sichtbare Anzeichen wie übermäßigen Haarwuchs im Gesicht oder am Körper, Akne und in einigen Fällen schütteres Kopfhaar hervorrufen. Schwierigkeiten beim Abnehmen und Müdigkeit werden ebenfalls häufig berichtet, obwohl diese Symptome weniger spezifisch sind und verschiedene andere Ursachen haben können. Dies ist einer der Gründe, warum ein ordnungsgemäßer Diagnoseprozess wichtiger ist als eine Selbstdiagnose anhand einer Liste von Symptomen.
Wie PCOS diagnostiziert wird
Die Diagnose stützt sich in der Regel auf das Vorliegen von mindestens zwei von drei anerkannten Kriterien: unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung, klinische oder durch Blutuntersuchungen nachgewiesene erhöhte Androgenspiegel sowie das charakteristische Erscheinungsbild der Eierstöcke im Ultraschall. Da kein einzelner Test für sich allein PCOS bestätigen kann und da andere Erkrankungen ähnliche Symptome hervorrufen können, führt ein Arzt in der Regel auch Blutuntersuchungen durch, um eine Schilddrüsenfunktionsstörung und andere hormonelle Erkrankungen auszuschließen, die Aspekte von PCOS nachahmen können, bevor er die Diagnose festlegt.
Langfristige gesundheitliche Aspekte über die Fruchtbarkeit hinaus
Über PCOS wird oft in erster Linie im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit gesprochen, doch seine metabolische Dimension ist auch langfristig von Bedeutung. Die mit PCOS verbundene Insulinresistenz steht im Zusammenhang mit einem langfristig erhöhten Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, und PCOS ist zudem mit einem erhöhten Risiko für einen im Laufe der Zeit steigenden Cholesterinspiegel und Blutdruck verbunden. Aus diesem Grund konzentriert sich die Behandlung von PCOS im Allgemeinen auf die allgemeine Stoffwechselgesundheit und nicht ausschließlich auf die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus oder die Familienplanung – selbst bei Frauen, die derzeit nicht versuchen, schwanger zu werden.
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