Medikamente gegen Endometriose wirken im Allgemeinen so, dass sie die hormonellen Signale unterdrücken, die das Gewebewachstum anregen, anstatt das Gewebe selbst zu entfernen – was sowohl erklärt, wie diese Behandlungsmöglichkeiten helfen, als auch ihre Vor- und Nachteile verdeutlicht.
Bei der Endometriose wird oft in erster Linie von Schmerzen gesprochen, doch die meisten Medikamente zu ihrer Behandlung sind keine einfachen Schmerzmittel – sie wirken, indem sie das hormonelle Umfeld verändern, das es endometriumähnlichem Gewebe überhaupt erst ermöglicht, außerhalb der Gebärmutter zu wachsen und zu reagieren. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn sie erklärt, warum die Behandlung oft weniger wie die Einnahme eines Mittels gegen ein Symptom aussieht, sondern eher wie eine fortlaufende Strategie, um die Wirkung von Östrogen auf Gewebe zu reduzieren, das dort nicht sein sollte.
Warum Hormone das Hauptziel sind
Endometriumähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter reagiert im Allgemeinen auf denselben Hormonzyklus, der auch den normalen Menstruationszyklus steuert: Es verdickt sich und baut sich dann als Reaktion auf Schwankungen von Östrogen und Progesteron wieder ab. Da dieses Gewebe unabhängig von seiner Lage Entzündungen und Vernarbungen auslösen kann, geht man davon aus, dass eine Verringerung seiner hormonellen Stimulation die zugrunde liegende Aktivität reduziert, die Schmerzen und das Fortschreiten der Erkrankung antreibt. Dies ist die gemeinsame Logik hinter den meisten medizinischen Behandlungen der Endometriose, auch wenn sie dies über unterschiedliche spezifische Mechanismen erreichen.
Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel als üblicher Ausgangspunkt
Antibabypillen, Pflaster oder Ringe, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten, werden oft als Erstes ausprobiert, unter anderem, weil sie bekannt sind, im Allgemeinen gut vertragen werden und kontinuierlich – unter Weglassen der Placebo-Woche – angewendet werden können, um die Menstruationsblutung zu verringern oder ganz zu unterbinden. Durch die Aufrechterhaltung relativ stabiler Hormonspiegel anstelle eines zyklischen Wechsels soll die kontinuierliche Anwendung die periodische Stimulation verringern, die andernfalls mit jedem Zyklus auftreten würde. Dieser Ansatz wirkt nicht direkt auf das vorhandene Endometriumgewebe ein, kann jedoch bei vielen Betroffenen die Schmerzen deutlich lindern und gilt angesichts der im Vergleich zu intensiveren Optionen relativ geringen Nebenwirkungsbelastung allgemein als sinnvoller Ausgangspunkt.
Progestin-only-Therapien
Progestin-only-Behandlungen – darunter bestimmte Pillen, Injektionen, Implantate und hormonfreisetzende Intrauterinpessare – wirken, indem sie der Wirkung von Östrogen auf das Gewebewachstum entgegenwirken, und werden häufig bei Personen eingesetzt, die keine östrogenhaltigen Optionen einnehmen können oder bei denen diese keine ausreichende Linderung gebracht haben. Dienogest, ein speziell für Endometriose untersuchtes Gestagen, soll sowohl lokal Entzündungen lindern als auch die hormonellen Signale unterdrücken, die die Gewebeaktivität antreiben. Die Nebenwirkungen variieren je nach Darreichungsform, können jedoch unregelmäßige Blutungen umfassen, insbesondere in den ersten Monaten; dies ist in der Regel zu erwarten und kein Anzeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist.
GnRH-Agonisten und -Antagonisten: Eine stärkere hormonelle Unterdrückung
Bei ausgeprägteren Symptomen ziehen Ärzte möglicherweise GnRH-Agonisten (Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten) wie Leuprolid oder neuere GnRH-Antagonisten wie Elagolix in Betracht. Diese wirken weiter stromaufwärts als Verhütungsmittel, indem sie das Signal des Gehirns unterdrücken, das die Eierstöcke überhaupt erst zur Östrogenproduktion anregt, wodurch der Östrogenspiegel auf ein Niveau gesenkt wird, das dem in den Wechseljahren ähnelt. Dies ist eine deutlich stärkere Unterdrückung als bei hormonellen Verhütungsmitteln und wird angesichts der ausgeprägteren Nebenwirkungen, die mit einem deutlich gesenkten Östrogenspiegel einhergehen, in der Regel nur in Fällen eingesetzt, in denen andere Optionen keine ausreichende Linderung gebracht haben.
„Add-Back“-Therapie und langfristige Überlegungen
Da ein sehr niedriger Östrogenspiegel die Knochendichte beeinträchtigen und im Laufe der Zeit menopausenähnliche Symptome wie Hitzewallungen verursachen kann, wird häufig eine „Add-Back“-Therapie – eine geringe, sorgfältig ausgewählte Hormonmenge, die zusätzlich zu einem GnRH-Medikament verabreicht wird – eingesetzt, um diese Auswirkungen auszugleichen und gleichzeitig den Nutzen der Behandlung für die Endometriose-Symptome weitgehend zu erhalten.
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