Die Perimenopause und die Menopause sind nicht dasselbe, und die jahrelange Übergangsphase davor – in der die Hormonspiegel schwanken, anstatt einfach nur abzunehmen – empfindet man oft als belastender als die Menopause selbst. Hier erfahren Sie, was dabei tatsächlich vor sich geht und was wirklich hilft.
Die Menopause ist streng genommen ein einzelner Zeitpunkt – erreicht nach zwölf aufeinanderfolgenden Monaten ohne Regelblutung. Das meiste, was Frauen tatsächlich erleben, spielt sich in den Jahren davor ab, während der Perimenopause, wenn die Hormonspiegel nicht einfach gleichmäßig sinken, sondern unvorhersehbar schwanken – manchmal höher als gewöhnlich, bevor sie dann stark abfallen. Diese Unterscheidung erklärt viel darüber, warum sich dieser Übergang so unvorhersehbar anfühlen kann.
Warum sich die Perimenopause chaotischer anfühlen kann als die Menopause selbst
Sobald die Menopause erreicht ist, pendelt sich der Östrogenspiegel auf einem konstant niedrigen, stabilen Niveau ein. Die Perimenopause hingegen ist durch unregelmäßige Schwankungen gekennzeichnet – der Östrogenspiegel kann in einem Zyklus über die typischen Werte vor der Menopause ansteigen und im nächsten Zyklus stark abfallen, da die Eierstöcke weniger vorhersehbar auf hormonelle Signale des Gehirns reagieren. Diese Schwankungen sind – mehr noch als der letztendliche niedrige Spiegel selbst – ein Hauptgrund dafür, dass sich die Symptome der Perimenopause oft intensiver und unvorhersehbarer anfühlen als die Symptome nach dem vollständigen Eintritt in die Menopause, wenn sich die Hormone zumindest auf ihrem neuen Ausgangswert stabilisiert haben.
Das gesamte Spektrum der Symptome jenseits von Hitzewallungen
Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche stehen am meisten im Fokus, doch Östrogenrezeptoren kommen im gesamten Körper vor – unter anderem im Gehirn, in den Gelenken und in der Haut –, weshalb das Spektrum der Symptome erheblich weiter reicht:
- Schlafstörungen, oft unabhängig von nächtlichen Schweißausbrüchen, die mit der direkten Rolle von Östrogen bei der Schlafarchitektur zusammenhängen.
- Stimmungsschwankungen, darunter erhöhte Reizbarkeit oder Angstzustände, insbesondere während der stärker schwankenden Phasen der Perimenopause.
- „Brain Fog“ und Wortfindungsstörungen, ein echtes und häufiges kognitives Symptom, das mit der Rolle von Östrogen in bestimmten Hirnregionen zusammenhängt und nicht einfach nur ein Zeichen des Alterns an sich ist.
- Gelenkschmerzen, die mit den im Gelenkgewebe vorhandenen Östrogenrezeptoren zusammenhängen und manchmal fälschlicherweise für eine beginnende Arthritis gehalten werden.
- Vaginale Trockenheit und Veränderungen der Libido, die mit der abnehmenden Wirkung von Östrogen speziell auf das Gewebe der Scheide und der Vulva zusammenhängen.
Die längerfristigen gesundheitlichen Veränderungen, die es zu verstehen gilt
Über die alltäglichen Symptome hinaus bringen die Jahre unmittelbar um die Menopause herum eine deutlich beschleunigte Phase des Knochenabbaus mit sich – erheblich schneller als der allmähliche Verlust, der zuvor im Erwachsenenalter zu beobachten war –, was diesen Zeitraum zu einem besonders wichtigen Zeitfenster für die Aufmerksamkeit auf die Knochengesundheit macht, anstatt dies erst viel später anzugehen. Östrogen hat zudem eine schützende Wirkung auf die Blutgefäße und das Cholesterinprofil; mit seinem Rückgang verschieben sich kardiovaskuläre Risikofaktoren oft in eine ungünstigere Richtung, was mit ein Grund dafür ist, dass das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen nach der Menopause tendenziell deutlicher ansteigt als davor.
Hormontherapie: Ein differenzierteres Bild, als ihr Ruf vermuten lässt
Der Ruf der Hormontherapie wurde maßgeblich durch eine groß angelegte Studie geprägt, die Anfang der 2000er Jahre veröffentlicht wurde und deren erste Schlagzeilen die Risiken in einer Weise hervorhoben, die sich bei späteren, detaillierteren Analysen als differenzierter erwies – insbesondere hinsichtlich des Alters und der Zeit seit Beginn der Menopause, zu der die Therapie begonnen wurde. Der aktuelle Wissensstand stützt im Allgemeinen die sogenannte „Timing-Hypothese“: Ein Beginn der Hormontherapie kurz nach Eintritt der Menopause weist tendenziell ein günstigeres Nutzen-Risiko-Verhältnis auf als ein Beginn viele Jahre später. Das bedeutet nicht, dass eine Hormontherapie für jede Frau das Richtige ist, aber es bedeutet, dass die pauschale Angst, die viele Frauen aufgrund jahrzehntealter Schlagzeilen immer noch hegen, wesentlich differenzierter ist, als gemeinhin angenommen wird, und dass es sich lohnt, das Thema mit einer medizinischen Fachkraft zu besprechen, anstatt die Therapie von vornherein auszuschließen.
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