Frauen mit starken prämenstruellen Symptomen weisen in der Regel völlig normale Hormonspiegel auf – der Unterschied liegt darin, wie empfindlich das Gehirn auf die normalen monatlichen Schwankungen reagiert. Hier erfahren Sie, was tatsächlich vor sich geht und was wirklich hilft.
Eine der eher kontraintuitiven Erkenntnisse in diesem Forschungsbereich lautet wie folgt: Frauen mit schweren prämenstruellen Symptomen, einschließlich der als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD) bezeichneten schwereren Form, weisen im Allgemeinen Hormonspiegel auf, die innerhalb eines völlig normalen Bereichs liegen. Das Problem sind nicht abnormale Hormone – es ist eine ungewöhnlich empfindliche Reaktion auf völlig normale Hormonschwankungen.
PMS und PMDD unterscheiden sich im Grad, nicht nur in der Bezeichnung
PMS umfasst ein breites Spektrum an körperlichen und emotionalen Symptomen in den Tagen vor der Periode, von denen die meisten beherrschbar sind und das tägliche Leben nicht wesentlich beeinträchtigen. PMDD ist eine eigenständige, klinisch genauer definierte Erkrankung, die mit Stimmungssymptomen – wie starker Reizbarkeit, Angst oder depressiven Gefühlen – einhergeht, die so schwerwiegend sind, dass sie die Arbeit, Beziehungen oder die Alltagsfunktionen erheblich beeinträchtigen. Es handelt sich nicht einfach um ein „schlimmeres PMS“, wie man umgangssprachlich sagen könnte; es gibt spezifische Diagnosekriterien und ein anderes zugrunde liegendes Muster, das es wert ist, für sich genommen verstanden zu werden.
Warum die Erklärung durch den Hormonspiegel nicht stichhaltig ist
Angesichts der Tatsache, dass die PMDD-Symptome so stark dem Menstruationszyklus folgen, wäre es naheliegend anzunehmen, dass die Hormonspiegel in irgendeiner Weise abnormal sein müssen. Die Forschung hat jedoch durchweg das Gegenteil festgestellt: Die Östrogen- und Progesteronspiegel bei Frauen mit PMDD unterscheiden sich in der Regel nicht von denen bei Frauen ohne PMDD. Was sich unterscheidet, ist die neurologische Empfindlichkeit – insbesondere im Zusammenhang mit den Serotonin- und GABA-Systemen des Gehirns – gegenüber dem normalen Anstieg und Abfall dieser Hormone. Tatsächlich löst dasselbe hormonelle Signal, das die meisten Frauen ohne größere Störungen verarbeiten, bei Frauen mit PMDD eine unverhältnismäßig starke neurologische Reaktion aus.
Warum die Symptome speziell in der Lutealphase auftreten
In der Lutealphase (der zweiten Hälfte des Zyklus nach dem Eisprung) steigt der Progesteronspiegel an, bevor er stark abfällt, sofern keine Schwangerschaft eintritt. Ein bestimmtes Progesteron-Stoffwechselprodukt, Allopregnanolon, wirkt normalerweise beruhigend auf die GABA-Rezeptoren im Gehirn – bei manchen Frauen scheint es jedoch die gegenteilige, paradoxe Reaktion auszulösen, was zu den für diese Phase charakteristischen Angstzuständen und Reizbarkeit beiträgt. Dies ist ein Mechanismus, der sich deutlich von einfachen „hormonellen Veränderungen“ unterscheidet, und ein Grund dafür, warum die PMDD-Symptome so eng mit diesem spezifischen Zeitfenster des Zyklus zusammenhängen.
Das gesamte Spektrum der Symptome
- Körperliche Symptome: Blähungen, Brustspannen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Müdigkeit.
- Emotionale Symptome: Reizbarkeit, Angstzustände, Stimmungsschwankungen, Weinerlichkeit und, in schwereren Fällen, Gefühle der Hoffnungslosigkeit oder intensiver Traurigkeit.
Speziell bei PMDD sind es die emotionalen Symptome – und deren funktionelle Schwere – die die Erkrankung auszeichnen, und nicht allein das Vorhandensein körperlicher Symptome.
Warum die korrekte Erfassung der Symptome wichtig ist
Da prämenstruelle Symptome per Definition zyklisch auftreten, ist ein Symptomtagebuch, das über mindestens zwei vollständige Zyklen geführt wird, eines der nützlichsten diagnostischen Hilfsmittel – es bestätigt, dass die Symptome speziell in der Lutealphase auftreten und mit der Menstruation abklingen, anstatt eine Stimmungsstörung widerzuspiegeln, die einfach immer vorhanden ist. Diese Unterscheidung ist wichtig, da eine anhaltende Depression oder Angststörung, die nicht mit dem Zyklus zusammenhängt, einen anderen Behandlungsansatz erfordert als PMDD.
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