Ein Ekzem ist nicht einfach nur trockene Haut, und in vielen Fällen handelt es sich auch nicht in erster Linie um eine Allergie – es beginnt mit einer strukturell geschwächten Hautbarriere, die Reizstoffe durchlässt, was dann tatsächlich die Entzündung auslöst. Diese Unterscheidung hat Einfluss darauf, wie das Ekzem am besten behandelt wird.
Ekzeme (atopische Dermatitis) werden oft einfach als sehr trockene, empfindliche Haut oder als reine allergische Reaktion beschrieben. Keine dieser Sichtweisen gibt jedoch vollständig wieder, was tatsächlich vor sich geht. Bei vielen Menschen mit Ekzem ist der Ausgangspunkt eine strukturell geschwächte Hautbarriere – und es sind die Folgen dieser geschwächten Barriere, mehr als eine äußere Allergie an sich, die die Entzündungsreaktion auslösen.
Die Hautbarriere erklärt
Gesunde Haut beruht auf einer dicht organisierten äußeren Zellschicht, die durch Lipide und Strukturproteine – darunter vor allem Filaggrin – zusammengehalten wird und gemeinsam Feuchtigkeit im Inneren bewahrt sowie Reizstoffe, Allergene und Mikroben fernhält. Bei vielen Menschen mit Ekzemen führt eine genetische Variation, die die Filaggrin-Produktion beeinflusst, von Anfang an zu einer messbar schwächeren Barriere, die leichter Feuchtigkeit verliert und weniger Widerstand gegen Substanzen bietet, die sonst ferngehalten würden.
Warum eine gestörte Hautbarriere eine Immunreaktion auslöst
Dies ist der Aspekt, der das Krankheitsbild grundlegend neu beleuchtet: Anstatt dass eine Allergie Hautschäden von innen auslöst, verläuft der Ablauf bei Ekzemen oft umgekehrt. Eine geschwächte Hautbarriere lässt Allergene, Reizstoffe und Mikroben leichter von außen eindringen, und genau dieses Eindringen löst die Entzündungsreaktion des Immunsystems aus – Rötungen, Juckreiz und den charakteristischen Hautausschlag. Dieses „Outside-in“-Modell erklärt zum großen Teil, warum es oft nicht ausreicht, verdächtige Allergene einfach nur zu meiden; die Hautbarriere selbst muss gezielt behandelt werden.
Der Juck-Kratz-Zyklus
Sobald der Juckreiz einsetzt, verschafft das Kratzen zwar vorübergehende Linderung, schädigt jedoch die bereits geschwächte Hautbarriere weiter und setzt zusätzliche Entzündungssignale in der Haut frei, was den Juckreiz noch verstärkt – ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der einen leichten Schub zu einem schwerwiegenderen verschlimmern kann, unabhängig davon, was ihn ursprünglich ausgelöst hat. Die Unterbrechung dieses Kreislaufs (durch eine Behandlung, die den Juckreiz direkt lindert und gleichzeitig die Hautbarriere wiederherstellt) ist oft genauso wichtig wie die Behandlung des ursprünglichen Auslösers.
Die atopische Triade
Ekzeme treten häufig zusammen mit Asthma und allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) auf – manchmal werden sie gemeinsam als „atopische Triade“ bezeichnet –, was eine gemeinsame zugrunde liegende Neigung zu dieser Art von Immunreaktion in verschiedenen Geweben widerspiegelt. Das Vorliegen einer der drei Erkrankungen garantiert nicht, dass sich auch die anderen entwickeln, doch der Zusammenhang ist gut dokumentiert und erklärt manchmal ein breiteres Muster allergieähnlicher Erkrankungen bei derselben Person oder innerhalb derselben Familie.
Häufige Auslöser
- Aggressive Seifen und Reinigungsmittel entziehen der Haut weitere Schutzeigenschaften, die ohnehin schon begrenzt sind.
- Wolle und synthetische Stoffe können geschädigte Haut mechanisch reizen.
- Extreme Temperaturen und Schwitzen lösen häufig Schübe aus, insbesondere schnelle Temperaturwechsel.
- Stress hat einen messbaren Einfluss auf die Häufigkeit und Schwere von Schüben, wahrscheinlich durch seine weitreichende Wirkung auf die Immunaktivität.
- Hartes Wasser, ein oft übersehener Faktor, wurde in einigen Studien mit einem erhöhten Schweregrad des Ekzems in Verbindung gebracht; dies hängt möglicherweise mit Mineralablagerungen zusammen, die die Hautoberfläche beeinträchtigen und mit Seifenrückständen interagieren.
- Insbesondere bei manchen Kindern können bestimmte Lebensmittel ein echter Auslöser sein, obwohl dies als primäre Ursache bei Ekzemen bei Erwachsenen deutlich seltener vorkommt.
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