Diese drei Erkrankungen weisen so viele übereinstimmende Symptome auf, dass sie häufig verwechselt werden – doch wie schnell die Symptome auftreten und ob es Ihnen zunächst besser geht, bevor es wieder schlechter wird, sind zwei der deutlichsten Anhaltspunkte, um sie voneinander zu unterscheiden.
Verstopfte Nase, Husten und Müdigkeit treten bei einer Erkältung, einer Grippe und einer Nasennebenhöhlenentzündung gleichermaßen auf – und genau deshalb werden diese drei Erkrankungen so oft in einen Topf geworfen, obwohl es sich um tatsächlich unterschiedliche Erkrankungen mit unterschiedlichem Verlauf handelt, von denen eine sogar ein spezifisches Muster aufweist, das bei der Entscheidung, ob Antibiotika überhaupt erforderlich sind, tatsächlich hilfreich ist.
Die Geschwindigkeit des Ausbruchs ist einer der nützlichsten Anhaltspunkte
Eines der zuverlässigsten – und zu selten genutzten – Unterscheidungsmerkmale ist schlichtweg, wie schnell die Symptome auftraten. Eine Erkältung entwickelt sich typischerweise allmählich über ein oder zwei Tage hinweg. Die Grippe hingegen tritt meist abrupt auf, oft innerhalb weniger Stunden, wobei man sich von einem Zustand völligen Wohlbefindens zu einem Zustand erheblichen Unwohlseins entwickelt. Dieses eine Detail ist in den ersten ein bis zwei Tagen häufig hilfreicher, um die beiden Erkrankungen voneinander zu unterscheiden, als der Versuch, die spezifischen Symptome selbst zu vergleichen.
Die Erkältung
Die meisten Erkältungen werden durch Rhinoviren verursacht und verlaufen relativ vorhersehbar und selbstlimitierend: leichte bis mäßige Nasenverstopfung, Niesen, Halsschmerzen und leichter Husten, in der Regel ohne nennenswertes Fieber, und sie klingen innerhalb von sieben bis zehn Tagen von selbst ab. Die Beschwerden sind zwar real, aber der Schweregrad bleibt insgesamt meist erträglich.
Grippe
Die Grippe verläuft im Allgemeinen durchweg schwerer – hohes Fieber, ausgeprägte Gliederschmerzen, erhebliche Erschöpfung und ein intensiverer Husten, der eher abrupt einsetzt als sich allmählich zu entwickeln. Außerdem führt sie häufiger als eine gewöhnliche Erkältung zu Komplikationen, insbesondere bei älteren Erwachsenen, Kleinkindern, Schwangeren und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, was mit ein Grund dafür ist, warum die Unterscheidung nicht nur aus akademischer, sondern auch aus praktischer Sicht wichtig ist.
Sinusitis: Oft eine Komplikation, keine eigenständige Erkrankung
Die Sinusitis wird häufig fälschlicherweise als eigenständige Erkrankung angesehen, die von selbst auftritt, in den meisten Fällen handelt es sich jedoch tatsächlich um eine Folgeerkrankung nach einer viralen Infektion der oberen Atemwege – dieselbe Erkältung, die sich scheinbar bereits auflöst, kann in manchen Fällen zu einer Entzündung und einer Flüssigkeitsansammlung in den Nasennebenhöhlen führen, die entweder als viraler Prozess weiterverläuft oder, seltener, zu einer bakteriellen Infektion wird.
Das „Double-Sickening“-Muster, das es zu erkennen gilt
Ein spezifisches und klinisch nützliches Muster wird manchmal als „Doppelerkrankung“ bezeichnet: Die Symptome einer anfänglichen Erkältung bessern sich zunächst wie erwartet, verschlimmern sich dann aber wieder – typischerweise etwa am siebten bis zehnten Tag – mit neuen oder verstärkten Gesichtsschmerzen oder Druckgefühl, zähem, verfärbtem Nasenausfluss und manchmal neu auftretendem Fieber. Dieses Muster der Besserung, gefolgt von einer erneuten Verschlechterung ist einer der zuverlässigeren Hinweise darauf, dass sich zusätzlich zur ursprünglichen Viruserkrankung möglicherweise eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt hat – im Gegensatz zu Nasennebenhöhlensymptomen, die lediglich Teil des normalen Verlaufs der ursprünglichen Erkältung sind.
Warum die meisten Nasennebenhöhlenbeschwerden bei einer Erkältung keine Antibiotika erfordern
Die überwiegende Mehrheit der mit einer Erkältung einhergehenden Nasennebenhöhlenbeschwerden ist viraler, nicht bakterieller Natur und klingt von selbst ohne Antibiotika ab, sobald die zugrunde liegende Erkältung abgeklungen ist. Die meisten klinischen Leitlinien empfehlen, die Symptome sieben bis zehn Tage lang zu beobachten – anstatt sofort beim ersten Anzeichen von Druck in den Nasennebenhöhlen mit Antibiotika zu beginnen –, und Antibiotika für Fälle vorzubehalten, die das oben beschriebene Muster einer doppelten Erkrankung oder andere Anzeichen aufweisen, die konkret auf einen bakteriellen Prozess hindeuten.
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