Drei sehr unterschiedliche Prostatakrankheiten weisen ähnliche Harnwegsbeschwerden auf, weshalb ein und dasselbe Symptom je nach Alter und Kontext etwas völlig anderes bedeuten kann. Hier erfahren Sie, wie Sie sie voneinander unterscheiden können und warum eine davon oft am unauffälligsten ist.
„Prostataprobleme“ sind nicht wirklich eine einzige Erkrankung – es handelt sich vielmehr um eine Kategorie, die mindestens drei unterschiedliche Erkrankungen umfasst, bei denen zufällig ähnliche Harnwegsbeschwerden auftreten: die benigne Prostatahyperplasie (BPH), die Prostatitis und Prostatakrebs. Sie haben unterschiedliche Ursachen, betreffen verschiedene Altersgruppen und erfordern völlig unterschiedliche Behandlungsansätze. Genau deshalb kann ein und dasselbe Symptom (beispielsweise ein schwächerer Harnstrahl) je nach zugrunde liegender Ursache sehr unterschiedliche Bedeutungen haben.
Warum das Alter die wahrscheinliche Ursache beeinflusst
BPH tritt ab dem 50. Lebensjahr zunehmend häufiger auf und ist für einen Großteil der Männer im Grunde ein normaler Teil des Alterungsprozesses – sie ist keine Krebserkrankung und erhöht für sich genommen nicht das Krebsrisiko. Eine Prostatitis kann Männer in einem viel breiteren Altersspektrum betreffen, darunter auch jüngere und Männer mittleren Alters. Das Risiko für Prostatakrebs steigt mit zunehmendem Alter stetig an und wird ab dem 50. Lebensjahr zu einem immer wichtigeren Faktor, insbesondere bei familiärer Vorbelastung.
Benigne Prostatahyperplasie (BPH)
Bei der BPH kommt es zu einem gutartigen Wachstum des Prostatagewebes, das die Harnröhre, die direkt durch die Mitte der Drüse verläuft, allmählich einengt. Dies führt zu einer Reihe charakteristischer Symptome: einem schwächeren oder unterbrochenen Harnstrahl, vermehrtem Harndrang (insbesondere nachts), dem Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung und in manchen Fällen Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens. Da es sich eher um ein mechanisches Kompressionsproblem als um einen bösartigen Prozess handelt, erhöht die BPH das Krebsrisiko nicht – eine Unterscheidung, die bei Männern, die diese Symptome zum ersten Mal erleben, häufig Anlass zu unnötigen Sorgen gibt.
Prostatitis
Prostatitis bezeichnet eine Entzündung der Prostata und tritt in deutlich unterschiedlichen Formen auf. Eine akute bakterielle Prostatitis entwickelt sich plötzlich, begleitet von Fieber, Schmerzen und Harnwegsbeschwerden, und erfordert eine umgehende Behandlung mit Antibiotika. Das chronische Beckenschmerzsyndrom (manchmal auch als chronische Prostatitis bezeichnet) ist weitaus häufiger, aber deutlich weniger gut erforscht – es geht meist mit anhaltenden Schmerzen im Beckenbereich, im Damm oder im unteren Rücken einher, manchmal mit Harnwegsbeschwerden, oft ohne erkennbare bakterielle Infektion, und kann bei der Behandlung äußerst frustrierend sein, da die zugrunde liegende Ursache selbst in der aktuellen Forschung noch kaum verstanden wird.
Warum Prostatakrebs oft „still“ verläuft
Im Gegensatz zur BPH entwickelt sich Prostatakrebs häufig in der äußeren Zone der Drüse, abseits der Harnröhre – was bedeutet, dass er den Harnkanal oft nicht einengt oder spürbare Symptome verursacht, bis er erheblich gewachsen ist oder sich über die Prostata hinaus ausgebreitet hat. Genau dieses anatomische Detail ist der Grund dafür, dass Prostatakrebs in seinen frühen, besser behandelbaren Stadien häufig symptomfrei ist und warum Vorsorgeuntersuchungen – anstatt auf Symptome zu warten – der wichtigste Weg sind, ihn frühzeitig zu erkennen.
Der PSA-Test: Nützlich, aber nicht krebsspezifisch
Der Test auf das prostataspezifische Antigen (PSA) ist das am häufigsten verwendete Vorsorgeinstrument, doch es ist wichtig, seine Grenzen zu verstehen: Ein erhöhter PSA-Wert kann durch eine BPH, eine Prostatitis, eine kürzlich erfolgte Ejakulation oder eine Harnwegsinfektion verursacht werden – nicht nur durch Krebs. Das bedeutet, dass ein erhöhter PSA-Wert Anlass für weitere Untersuchungen ist, aber keine eigenständige Diagnose darstellt. Aus diesem Grund sind Entscheidungen darüber, wann mit der PSA-Vorsorge begonnen werden soll (und wie die Ergebnisse zu interpretieren sind), individuelle Gespräche mit einem Arzt, bei denen Alter, Familienanamnese und persönliche Risikofaktoren abgewogen werden, und keine pauschale Regel.
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