Beide gehören zur gleichen Wirkstoffklasse und wirken nach dem gleichen Mechanismus, doch Sildenafil und Tadalafil verhalten sich im Körper so unterschiedlich, dass sie für wirklich unterschiedliche Situationen geeignet sind.
Sildenafil und Tadalafil sind die beiden am häufigsten verschriebenen Medikamente gegen Erektionsstörungen, und beide gehören zur gleichen pharmakologischen Klasse – den Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmern (PDE5-Hemmern) –, was bedeutet, dass sie nach dem gleichen Wirkprinzip funktionieren. Der wesentliche Unterschied zwischen ihnen liegt nicht in ihrer Wirkweise, sondern darin, wie lange dieser Mechanismus im Körper aktiv bleibt, und genau dieser eine pharmakologische Unterschied bestimmt letztendlich fast jede praktische Entscheidung darüber, welches der beiden Medikamente besser zum Leben einer bestimmten Person passt.
Der gemeinsame Wirkmechanismus beider Medikamente
Eine Erektion hängt von einer erhöhten Durchblutung bestimmter Gewebebereiche im Penis ab, die durch ein Molekül namens zyklisches GMP angestoßen wird, das die Blutgefäße entspannt und so den erhöhten Blutfluss ermöglicht. Ein Enzym namens PDE5 baut zyklisches GMP normalerweise ab und begrenzt so die Dauer dieser gefäßentspannenden Wirkung. Sowohl Sildenafil als auch Tadalafil wirken, indem sie PDE5 hemmen, wodurch zyklisches GMP länger aktiv bleibt und es einfacher wird, als Reaktion auf sexuelle Stimulation eine Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten – wichtig ist, dass keines der beiden Medikamente ohne diese Stimulation von sich aus eine Erektion hervorruft, da der zugrunde liegende Erregungsmechanismus weiterhin aktiviert werden muss.
Warum die Wirkdauer der entscheidende Unterschied ist
Sildenafil hat eine relativ kurze Halbwertszeit, was bedeutet, dass seine Konzentration im Blut nach der Einnahme recht schnell abfällt, was für die meisten Menschen ein Wirkzeitfenster von etwa vier bis fünf Stunden bedeutet. Tadalafil hingegen hat eine deutlich längere Halbwertszeit, sodass seine Wirkung bei vielen Menschen bis zu 36 Stunden anhält – ein Unterschied, der so erheblich ist, dass Tadalafil umgangssprachlich manchmal als „Wochenendmedikament“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich nicht um einen Unterschied in der „Stärke“ der beiden Medikamente, sondern darum, wie lange derselbe zugrunde liegende Wirkmechanismus pharmakologisch aktiv bleibt.
Schnellvergleich
| Sildenafil | Tadalafil | |
|---|---|---|
| Wirkungseintritt | Etwa 30–60 Minuten | Etwa 30–60 Minuten, manchmal bis zu 2 Stunden |
| Wirkdauer | Etwa 4–5 Stunden | Bis zu 36 Stunden |
| Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln | Die Resorption kann durch eine fettreiche Mahlzeit verzögert werden | Weitgehend unbeeinträchtigt durch Nahrungsmittel |
| Typisches Anwendungsmuster | Nach Bedarf eingenommen, zeitlich vor der erwarteten Aktivität abgestimmt | Nach Bedarf eingenommen oder bei manchen Menschen als niedrige Tagesdosis |
| Häufige Nebenwirkungen | Kopfschmerzen, Hitzewallungen, verstopfte Nase, Sehstörungen | Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Rücken- oder Muskelbeschwerden |
Warum der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme bei dem einen Wirkstoff wichtiger ist als bei dem anderen
Die Resorption von Sildenafil kann durch eine kürzlich eingenommene fettreiche Mahlzeit spürbar verlangsamt werden, weshalb im Allgemeinen empfohlen wird, es auf relativ nüchternen Magen einzunehmen, um einen möglichst vorhersehbaren Wirkungseintritt zu erzielen. Die Resorption von Tadalafil wird durch Nahrungsaufnahme weitaus weniger beeinflusst, was für Menschen, die den Einnahmezeitpunkt nicht streng an Mahlzeiten ausrichten möchten, einen zusätzlichen Komfort darstellt. Dieser Unterschied ist einer der eher praktischen, vom Lebensstil bedingten Gründe, warum jemand das eine Medikament dem anderen vorziehen könnte – unabhängig davon, wie die jeweiligen Wirkstoffe pharmakologisch wirken.
Unterschiedliche Nebenwirkungsmuster, die man kennen sollte
Beide Medikamente weisen ein weitgehend ähnliches Nebenwirkungsprofil auf, darunter Kopfschmerzen und Hitzewallungen, die mit ihrem gemeinsamen gefäßerweiternden Wirkmechanismus zusammenhängen; es gibt jedoch einige unterscheidende Muster. Sildenafil wird etwas häufiger mit Sehstörungen in Verbindung gebracht, darunter eine vorübergehende bläuliche Verfärbung des Sehbildes, die auf eine geringfügige Kreuzreaktivität mit einem verwandten Enzym in der Netzhaut zurückzuführen ist. Tadalafil wird bei einigen Anwendern etwas häufiger mit Rücken- und Muskelbeschwerden in Verbindung gebracht; man nimmt an, dass dies mit einem anderen Muster der Enzymwechselwirkung zusammenhängt, obwohl der genaue Mechanismus noch nicht vollständig geklärt ist. Keines der beiden Muster tritt bei allen auf, und viele Menschen erleben bei beiden Optionen nur minimale Nebenwirkungen.
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