Alle wichtigen Medikamente dieser Klasse wirken nach dem gleichen Grundprinzip – warum gibt es dann mehrere davon? Die Unterschiede liegen darin, wie schnell sie wirken, wie lange ihre Wirkung anhält und inwieweit sie durch Essen und Alkohol beeinträchtigt werden.
Die wichtigsten Medikamente zur Behandlung der erektilen Dysfunktion gehören alle derselben Wirkstoffklasse an – den PDE5-Hemmern – und wirken nach demselben Grundprinzip: Sie verstärken die Wirkung eines natürlichen Signalwegs, der die Blutgefäße entspannt, und verbessern so die Durchblutung, um als Reaktion auf sexuelle Stimulation eine Erektion zu ermöglichen. Angesichts dieses gemeinsamen Wirkmechanismus beruhen die Unterschiede zwischen den einzelnen Medikamenten dieser Klasse fast ausschließlich auf praktischen pharmakologischen Faktoren: wie schnell das jeweilige Medikament zu wirken beginnt, wie lange die Wirkung anhält und inwieweit Essen oder Alkohol die Wirkung beeinträchtigen.
Wirkbeginn: Wie schnell die einzelnen Medikamente wirken
Der Wirkbeginn variiert innerhalb dieser Klasse erheblich. Einige Präparate entfalten ihre Wirkung in der Regel innerhalb von etwa dreißig Minuten bis zu einer Stunde. Ein Präparat zeichnet sich durch einen besonders schnellen Wirkbeginn aus, bei vielen Patienten oft bereits innerhalb von fünfzehn bis dreißig Minuten, was es zu einer Option für Menschen macht, die weniger Vorlaufzeit benötigen. Andere haben einen vergleichsweise langsameren Wirkungseintritt, dafür aber ein ganz anderes Gesamtprofil hinsichtlich der Wirkdauer, das im Folgenden beschrieben wird.
Wirkdauer: Der größte praktische Unterschied innerhalb dieser Wirkstoffklasse
Die meisten Präparate dieser Klasse wirken etwa vier bis sechs Stunden lang, wobei ein Präparat bei vielen Patienten etwas länger wirkt, nämlich bis zu etwa sechs bis acht Stunden. Ein Medikament hebt sich deutlich ab: Es kann bis zu sechsunddreißig Stunden lang wirksam bleiben – eine Wirkdauer, die weit über die der übrigen Medikamente dieser Klasse hinausgeht. Dies verändert die Anwendung in der Praxis erheblich – manchmal wird es als niedrige Tagesdosis verschrieben, die eine kontinuierliche Grundwirkung gewährleistet, anstatt als Einzeldosis, die zeitlich auf eine erwartete Aktivität abgestimmt wird, wie es bei den Optionen mit kürzerer Wirkdauer üblicherweise der Fall ist.
Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und Alkohol unterscheiden sich erheblich
Bei einem der häufiger verwendeten Präparate dieser Klasse wird die Resorption durch eine fettreiche Mahlzeit erheblich verzögert, was bedeutet, dass der Zeitpunkt der Einnahme im Verhältnis zu den Mahlzeiten bei diesem Präparat eine größere Rolle spielt als bei anderen Präparaten dieser Klasse, die im Allgemeinen weniger durch Nahrungsmittel beeinflusst werden. Alkohol kann bei der gesamten Klasse sowohl bestimmte Nebenwirkungen verstärken als auch die Gesamtwirksamkeit verringern, wenn er in übermäßigen Mengen konsumiert wird; dies ist eine allgemeine Vorsichtsmaßnahme, die unabhängig davon gilt, welches spezifische Medikament verwendet wird.
Warum die langwirksame Option manchmal anders angewendet wird
Aufgrund seiner ungewöhnlich langen Wirkdauer wird das langwirksame Medikament dieser Klasse manchmal als niedrige Tagesdosis statt als Bedarfsdosis vor einer erwarteten Aktivität verschrieben – um eine kontinuierliche, gleichmäßige Wirkung zu erzielen, anstatt die Einnahme auf einen bestimmten Anlass abzustimmen. Dies stellt einen grundlegend anderen praktischen Ansatz bei der Anwendung von Medikamenten dieser Klasse dar, und ob für eine bestimmte Person eine tägliche oder eine bedarfsgerechte Einnahme sinnvoller ist, wird gemeinsam mit einem Arzt auf der Grundlage des Lebensstils und der persönlichen Präferenzen entschieden.
Kostenlos weiterlesen
Erstellen Sie ein kostenloses Konto, um den Rest dieses Artikels und unsere gesamte Gesundheitsbibliothek freizuschalten.
Sie haben bereits ein Konto?




